Binationale Promotion: Cotutelle de thèse

Eine Cotutelle de thèse ist eine binationale Promotion mit einer/m Erstbetreuer/in an der Heimatuniversität und einer/m Zweitbetreuer/in an einer ausländischen Universität. Neben der binationalen Betreuung beinhaltet eine Cotutelle Arbeitsaufenthalte an der Partneruniversität sowie die Mitwirkung auswärtiger Betreuer/innen und Gutachter/innen im Begutachtungs- und Prüfungsverfahren. Cotutelle-Absolvent/inn/en erhalten am Ende ihres Promotionsverfahrens eine von beiden Universitäten gemeinsam ausgestellte Promotionsurkunde oder zwei Urkunden, die aufeinander verweisen und nur gemeinsam gültig sind. Für jedes Cotutelle-Verfahren wird ein Vertrag zwischen den beteiligten Universitäten abgeschlossen, in dem die Einzelheiten geregelt werden.

Allgemeine Informationen:

Die Aufnahme einer Cotutelle ist für jede/n geeignete/n Promovierende/n möglich. Ein/e Zweitbetreuer/in an der Partneruniversität muss in Eigenregie gesucht werden. Zu Beginn des Verfahrens muss zwischen den beiden Universitäten eine sogenannte Cotutelle-Vereinbarung abgeschlossen werden, die die Regeln und den Ablauf der Cotutelle festlegt. Für eine Cotutelle Mainz-Dijon gibt es bereits eine von beiden Universitäten genehmigte Vorlage.

Eine Cotutelle sollte möglichst frühzeit während der Promotionsphase vereinbart werden und die Cotutelle-Vereinbarung sollte vor dem Aufenthalt an der Partneruniversität abgeschlossen werden. Für Promovierende am FB 05 stellt das Prüfungsamt Informationen sowie Vorlagen für Cotutelle-Vereinbarungen gern zur Verfügung und ist Ansprechpartner für alle Fragen bezüglich des Cotutelle-Verfahrens.

Cotutelle Mainz-Dijon: Einschreibung

In administrativer Hinsicht ist zu beachten, dass der/die Promovierende an beiden Hochschulen immatrikuliert sein muss. An der JGU ist eine Einschreibung zur Promotion für bereits immatrikulierte Absolventinnen und Absolventen zweimal im Jahr möglich, für nicht immatrikulierte Promovierende jederzeit. Informationen hierzu sind der Webseite des Studierendensekretariats zu entnehmen. Mainzer Promovierende sind in der Regel bereits an der JGU immatrikuliert, wenn sie die Einschreibung an der Université de Bourgogne vornehmen. Diese ist einmal im Jahr, jeweils zum 31.10., möglich. Informationen hierzu finden sich auf der Webseite der Dijoner Scolarité des doctorants. Die Cotutelle-Doktorand/inn/en sind an der Zweituniversität von der Entrichtung der Semesterbeiträge befreit.
Wichtig: Die Einschreibung zur Promotion erfolgt in Frankreich für eine Dauer von drei Jahren. Die Verteidigung kann also frühestens im dritten Jahr erfolgen. Für Mainzer Promovierende, die bereits kurz vor dem Abschluss ihrer Arbeit stehen, ist die Aufnahme einer Cotutelle mit Dijon daher nicht unbedingt sinnvoll.

Formalia

Da bei einer Cotutelle mit der Université de Bourgogne bei der Abgabe der Arbeit, wenn die Dissertation auf Deutsch verfasst ist, eine 15-20seitige französische Zusammenfassung der Arbeit mit eingereicht werden muss und auch ein Teil der Disputatio in der Fremdsprache abgehalten wird, sind zumindestens Grundkenntnisse des Französischen unbedingt erforderlich.
Es gibt weitere formale Abweichungen vom "normalen" deutschen Promotionsverfahren, die unbedingt zu beachten sind, um einen reibungslosen Ablauf der Cotutelle zu gewährleisten. Der/die Doktorand/in sollte sehr sorgfältig die Prüfungsordnungen beider Hochschulen lesen und mit beiden Betreuer/innen sowie beiden Prüfungsämtern in regelmäßigem Kontakt stehen.

Finanzierung

Wer seine Doktorarbeit im deutsch-französischen Cotutelle-Verfahren schreiben möchte, kann zu jedem Zeitpunkt der Promotion bei der Deutsch-Französischen Hochschule eine finanzielle Unterstützung beantragen:

Diese Unterstützung beinhaltet die Finanzierung von Reise- und Aufenthaltskosten und die Finanzierung der binationalen Verteidigung. Sie ist mit dem Mobilitätsstipendium des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs kumulierbar. Nähere Informationen zu Terminen und Bedingungen sind auf der Webseite der DFH unter dem oben angegebenen Link zu finden. Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter des Dijonbüros in den Sprechstunden zur Verfügung.

Unabhängig von einem Cotutelle-Verfahren ist eine Teilnahme am Deutsch-Französischen Doktorandenkolleg in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften der Universitäten Mainz und Dijon möglich.