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Dijonbüro und Studienbüro Dijon

Dass Internationalisierung an Hochschulen eine wichtige Rolle spielt und grenzüberschreitende Kooperationen zur Qualität von Forschung, Studium und Lehre sowie zur Bildung junger Menschen in einem europäischen Horizont beitragen, wurde an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) schon früh erkannt. Nachdem 1958 die Städtepartnerschaft Mainz-Dijon und 1962 die Regionalpartnerschaft Rheinland-Pfalz-Burgund eingerichtet wurden, wurde 1977 die Hochschulpartnerschaft zwischen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Université de Bourgogne, Dijon, begründet.

Fachliche Kontakte bestanden zunächst auf Ebene einzelner Fächer der Geistes- und Rechtswissenschaften. Ab 1990 gelang die Einrichtung eines multidisziplinären deutsch-französischen Studienprogramms in den Geistes- und Kulturwissenschaften, das vom Deutsch-Französischen Hochschulkolleg (DFHK) gefördert wurde. Bis zum Jahr 2000 war der Mainzer Philosophieprofessor Joachim Kopper der Verantwortliche dieses Projekts; seitdem ist Dr. Lutz Baumann, Akademischer Direktor am Philosophischen Seminar, Programmbeauftragter sowie Partnerschaftsbeauftragter der JGU für die Kooperation mit der Université de Bourgogne.

1990 wurde mit dem Start des Studienprogramms Mainz-Dijon auch das Dijonbüro eingerichtet, das die Organisation des zunächst rein binationalen, später in manchen Zweigen auch trinationalen, geisteswissenschaftlichen Studiums und der Betreuung der Mainzer und Dijoner Studierenden (bzw. auch der recht zahlreichen Studierenden der Drittlandpartner Bologna und Sherbrooke, Kanada) unterstützte. Es hat sich dabei bereits in den ersten Jahren herausgestellt, dass diese Betreuung den vielfältigen Bedürfnissen und Besonderheiten der bi- bzw. multinationalen Studierendengruppe nur gerecht werden kann, wenn eine enge Kooperation mit den Lehrenden und den Verwaltungsabteilungen beider Hochschulen angestrebt wird. Hierzu gehören auch vertrauensvolle Kontakte und regelmäßige Besprechungen mit den zuständigen Kultusbehörden und den regionalen Vertretungen in den Landeshauptstädten Dijon und Mainz. So galt es, von Anfang an eine recht umfängliche Betreuungsstruktur zu realisieren.

Hierzu gehörte notwendig das Bestreben, an der Partneruniversität in Dijon ebenfalls ein dort fest verankertes Mainz-Büro (Bureau Mayence) einzurichten, das seit 2001 existiert. Es muss, insbesondere bei den binationalen integrierten Studiengängen, die die Studienzeit gleichmäßig auf beide Standorte verteilen, auch an beiden Orten eine vergleichbare Betreuungsqualität und -intensität gewährleistet sein. Diese grenzüberschreitende, tägliche und intensive Kooperation mit diesem Partnerbüro ist ein wesentlicher Grundzug der Arbeit des Dijonbüros.

Bestand das Büro, das von Anfang an primär als feste Anlaufstelle für die binationale Studierendengruppe konzipiert war, zunächst aus einer befristeten halben Mitarbeiterstelle und einer studentischen Hilfskraft, so wuchs sie kontinuierlich zu einer festen Größe und Schnittstelle der Dijon- und Frankreichkooperation innerhalb der JGU heran. Heute arbeiten im Dijonbüro, dem seit 2012 ein Studienbüro Dijon angeschlossen ist, mehrere Mitarbeiterinnen auf 3,25 Stellen mit Unterstützung von mehreren studentischen Hilfskräften. Das Büro ist innerhalb des Fachbereichs 05 Philosophie und Philologie aufgrund der fachlichen Provenienz der beiden Beauftragten im Philosophischen Seminar angesiedelt, operiert aber fachbereichsübergreifend und universitätsweit auf der Basis eines Personal- und Sachmittelbudgets aus zentralen universitären Mitteln, wozu Drittmittel insbesondere der aus dem DFHK hervorgegangenen Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) sowie auch des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) kommen.

Das Dijonbüro koordiniert und verwaltet die Bachelorstudiengänge Mainz-Dijon (Bachelor of Arts und Bachelor of Education), den trinationalen Bachelorstudiengang Mainz-Dijon-Bologna, den Master of Arts und den Master of Education Mainz-Dijon sowie das Deutsch-Französische Doktorandenkolleg in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Mainz-Dijon. Weiterhin werden ein Ausbildungsgang mit Ziel des Erwerbs bilingualer fachdidaktischer Qualifikation (in den Fächern Geschichte, Geographie und Sozialkunde) sowie mehrere Erasmus-Kooperationen koordiniert, wobei den hiermit befassten Studierenden und Lehrenden, wiederum auf der Basis eines speziellen universitären Budgets, ebenfalls Beratung und Betreuung, geboten werden.

Das Dijonbüro ist demnach unabhängig von strategischen Internationalisierungs- und Betreuungskonzepten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz aus der Praxis und aus der ehrenamtlichen Initiative Prof. Koppers und Dr. Baumanns heraus entstanden, wurde aber von der Universitätsleitung, der Abteilung Internationales und den an den integrierten Studiengängen beteiligten Fachbereichen, insbesondere dem Fachbereich 05 Philosophie und Philologie, von Anfang an unterstützt. So hat das Dijonbüro durch seine praktische Arbeit mit den erfolgreichen Mainz-Dijon-Studiengängen dazu beigetragen, dass heute die Partnerschaft mit der Université de Bourgogne zu den wichtigsten Kooperationen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zählt.